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Buchpatenschaft 2009

Ende 2008/Anfang 2009 wurde eine weitere Buchpatenschaft, hier für das Thomas-Archiv in Kempen/Niederrhein (www.thomas-archiv-online.de), übernommen.

Thomas von Kempen, lat. Thomas a Kempis (geboren um 1380 in Kempen, gestorben 25. Juli 1471 im Kloster Agnetenberg bei Zwolle, Niederlande) war Augustiner-Mönch. Von ihm wurde das nach der Bibel meistverbreitete Buch des Spätmittelalters, die „Nachfolge Christi“ (De Imitatione Christi) verfaßt. Auch heute noch erscheinen immer wieder Übersetzungen und neuere Ausgaben dieses Buches und unterstreichen damit seine Bedeutung.

Das in der Patenschaft zur Restaurierung übernommene Buch „Deß Hocherleuchteten und gesitreichen Thomae von Kempen Deß Ordens Canonicorum Regularium S. Augustini... Vier Bücher von der Nachfolgung Christi“ stammt aus dem Jahr 1692 und gehört zum Bestand des Thomas-Archiv in Kempen im Kulturforum Franziskanerkloster in Kempen.

Die Restaurierungsmaßnahme hat neben einer Reinigung vor allem die Sicherung loser und defekter Blätter und die Ergänzung von Fehlstellen sowie die Wiederherstellung eines funktionsfähigen Einbands unter Verwendung der vorhandenen Fragmente nach zeitgenössischen und für vergleichbare Thomas-Ausgaben typischen Vorbildern zu gewährleisten. Für die fachgerechte Restaurierung durch das Altelier für Papier- und Buchrestaurierung, Ratingen wurde durch die Stiftung die erforderlichen Mittel bereitgestellt.



Bibliographie des Werkes:

Deß Hocherleuchteten und geistreichen Thomae von Kempen Deß Ordens Canonicorum Regularium S. Augustini, vier Bücher von der Nachfolgung ChristiAnjetzo zum Nutz aller frommen Christen und deren die hohen Alters seynd in groberer Schrifft an Tag geben

Jahr:

1692

Impressum: Köln, Johannes Wilhelmus Friessem
Format: 14 x 9 cm
Bestand: Thomas-Archiv, Kempen, Signatur D4.2008


Zustandsbeschreibung:
Überzugsmaterial fehlt, vermutlich Leder, repariert mit auf den Rücken gehefteten Pergamentstücken; Rücken: flache Bünde aus Pergamentstreifen; Deckel: Fragment von dünnem Holzbrettchen; bis auf einige Fragmente und Reparaturteile ist der Einband nicht erhalten.
Der Buchblock ist aufgrund von zahlreichen „Eselsohren“ deformiert; die ersten und letzten Blätter sind lose und weisen Fehlstellen auf. Das Papier ist besonders im Bereich des oberen Buchblocks stark verschmutzt. Ein Bundende ist abgerissen

Restaurierungsmaßnahmen:
Für die neuen Deckel wurde Pappe verwendet. Dieses Material ist ebenso stabil wie ein Holzdeckel derselben Stärke. Die Pergamentbundenden wurden in die Pappen eingelassen und verklebt. Als neues Überzugsmaterial diente dunkelbraunes Rindleder.
Der gesamte Buchblock wurde trocken gereinigt, alle „Eselsohren“ wurden geglättet und der Rücken wieder in eine gerade Form geschoben. Einige Seiten wurden am Buchsaugtisch angefasert und teilweise zusätzlich mit Japanpapierstreifen stabilisiert. Das fehlende Bundende wurde ergänzt. Als Vorsatz wurde vorne ein Restaurationspapier vorgeheftet. Hinten konnte das Original verwendet werden.
Restauration und Bildnachweis: Atelier für Papier- und Buchrestaurierung, Ratingen www.ratinger-restauratoren.de